NOVA Blog: 30. Juli 2019

UX Camp HH – Von Value Proposition Design, Machine Learning und Eiscreme

Samstag, 9 Uhr morgens in Hamburg-Altona. Die Sonne scheint, es sind angenehme 23 Grad. Vor dem Gebäude der Digitalagentur SinnerSchrader stehen rund 50 Menschen Schlange. Was diese Menschen hier wollen? Beim UX Camp HH auf Gleichgesinnte treffen!

Das UX Camp HH ist ein Barcamp, das seit vielen Jahren in Hamburg von einer Gruppe motivierter UXler veranstaltet wird. Für einen Tag kommen aus ganz Deutschland Menschen zusammen, die sich für die Themen Usability und User Experience interessieren: Designer, Strategen, Product Owner, Projektmanager und Entwickler. Ein Barcamp zeichnet sich dadurch aus, dass sowohl die Inhalte als auch der Ablauf des Tages zu Beginn noch offen sind und beides erst vor Ort von allen Beteiligten gemeinsam festgelegt wird.

Nachdem sich die Schlange gelichtet hatte und alle Teilnehmer mit Goodie-Bag, Kaltgetränken und Obst versorgt waren, konnte es losgehen: Die Sessionados traten nacheinander auf die Bühne, um in einem 1-minütigen Pitch ihre Session vorzustellen und die anderen von dieser zu überzeugen. Dieses Mal hatten alle Glück: Bei 25 vorhandenen Session-Slots wurden 26 Sessions angeboten. Und um nicht einem Sessionado abzusagen, wurde der das Barcamp spontan um einen Slot erweitert!

UX Camp Zeitplan

Der Session-Plan war gespickt mit Erfahrungsberichten aus dem UX-Alltag, Vorträgen zum Einsatz von Machine Learning zur UX-Optimierung, Diskussionen über die Persona-Methode und Workshops zu Methoden wie Customer Journey Mapping.

Meine Lieblings-Session war der Workshop zum Value Proposition Canvas. Diese Design-Methode ist eine Alternative zu klassischen Personas. Das Ziel – den Nutzer, seine Bedürfnisse und Verhaltensweisen zu verstehen – ist dasselbe, nur die Herangehensweise eine andere. In Kleingruppen haben wir das Canvas unter Anleitung von Experience Strategist Jörn selbst ausprobiert und anschließend die Vorteile und Schwierigkeiten dieser Methode diskutiert.

Am spannendsten war für mich aber der Austausch und die Diskussion mit anderen UX Professionals. So konnte ich mich beispielsweise mit Neuro Webdesign Experte Manu über seine Erfahrungen mit den Limbic Types und möglichen Alternativen austauschen: In seiner Session berichtete Manu von einer Studie, in der er mit Hilfe der Limbic Types die implizite Wirkung verschiedener Designelemente auf Websites getestet hat. Durch die Anwendung der Limbic Methode im Research konnte er die Motive und Werte, die die Website-Nutzer leiten, erfassen und verstehen; und darauf aufbauend bestimmte Designelemente entwickeln und von denselben Nutzern testen lassen. Nach der Session sprach ich ihn auf seine sowohl positiven als auch negativen Erfahrungen mit der Limbic Methode an. Daraus entstand eine spannende Diskussion, aus der ich Denkanstöße und Ideen für neue, alternative Methoden mitnehmen konnte. Auch außerhalb der Sessions gab es bei Mittagessen, Kaffee und Eiscreme die Möglichkeit, andere UXler unterschiedlicher Branchen kennenzulernen und sich auszutauschen.

UX Camp Hamburg Atmosphäre

Das UX Barcamp Hamburg war ein toller Tag! Das Organisationsteam hat ganze Arbeit geleistet, eine entspannte und offene Atmosphäre zu schaffen, in der sich alle wohlfühlen, austauschen und lernen können. Wer einmal die Chance hat, daran teilzunehmen, sollte es tun. Es war ein Fest!